Drei Fragen, bevor du teilst

Medienkompetenz

Entwurf

Entwurf · Der Faktencheck ist noch offen. Markierte Angaben und Belege müssen vor der Veröffentlichung geprüft werden.

Die meisten falschen Informationen werden nicht aus Bosheit geteilt, sondern aus Eile. Eine Methode, die Profis nutzen, dauert eine Minute.

Ein Post, der bestätigt, was man ohnehin denkt, wird selten hinterfragt. Genau dort setzt eine Methode an, die Forschende an der Stanford University untersucht haben.


Sam Wineburg und Sarah McGrew beobachteten, wie 45 Menschen Webseiten bewerten: Historikerinnen, professionelle Faktenprüfer und Studierende [cite 61-1]. Die Historikerinnen und Studierenden fielen häufig auf offiziell wirkende Logos und Domainnamen herein. Die Faktenprüfer gingen anders vor. Sie verließen die Seite nach einem kurzen Blick, öffneten neue Tabs und suchten nach dem Absender [cite 61-1]. Die Forschenden nennen das „lateral reading“, seitliches Lesen.


Der Unterschied war deutlich. Bei einer Frage nach zwei Organisationen erkannten nur die Hälfte der Historikerinnen und ein Fünftel der Studierenden die seriöse Organisation [cite 59-1]. Die Faktenprüfer fanden die Antwort, weil sie nicht auf der Webseite blieben, sondern über Suchmaschinen und Wikipedia nachsahen [cite 59-1].


Drei Fragen helfen im Alltag:


  1. Wer steckt dahinter? Suche den Absender außerhalb seiner eigenen Seite.

  2. Welche Belege gibt es? Prüfe, ob die Zahl oder das Zitat wirklich existiert und woher es stammt.

  3. Was sagen andere Quellen? Findest du dazu nichts Seriöses, ist das bereits eine Information.


Die Methode lässt sich lernen. Schon sechs einstündige Lektionen verbesserten die Fähigkeiten der Studierenden in einer Untersuchung deutlich [cite 65-1].


Wichtig: Die Fragen gelten für Posts aller Parteien und Lager. Wer nur die Quellen prüft, die ihm nicht gefallen, prüft nicht.